Mittwoch, 10. März 2010
Augenheilkunde - 14. Woche - "Fotos"
Da ich heute erst spät nach Hause gekommen bin und noch viel zu tun habe, werde ich mich kurz fassen. Erstmalig habe ich eine Hämodilution unter Aufsicht selbst durchführen können - dies war die Prozedur, bei dem der Patient eine ganze Menge an Blut abgibt, und gleichzeitig eine einfache klare Infusion als Flüssigkeitssubstitution bekommt - dies führt zur therapeutisch gewollten Senkung des Hämatokrit wertest. Das war die dickste Nadel die ich bislang irgendwem irgendwo reingestochen habe. Ansonsten war ich heute viel damit beschäftigt diverse Fallfotos zu sammeln - und habe nebenbei herausgefunden, dass einer unser Patienten das Marfan-Syndrom hat. Dies erklärt warum sich seine beiden eigenen Linsen von selbst gelöst haben.
Dienstag, 9. März 2010
Augenheilkunde - 14. Woche - "Die Zeit rennt"
Ein Famulant ist inzwischen wieder gegangen, und eine neue Famulantin ist für 2 Wochen zu uns gekommen. So langsam bekomme ich Panik, dass ich mit meinen Fallberichten nicht fertig werde :D naja, sind ja noch 3 Wochen in der Augenklinik, aber ich das formelle endlich hinter mich bringen. Mein aktueller Fall bleibt aber noch auf unbestimmte Zeit in Behandlung - evtl. muss ich noch was kleines nebenbei Parallel dazu finden.
Jedenfalls vergeht die Zeit in der Augenklinik viel schneller als mein Chirurgie Tertial - das spricht definitiv für die Augenklinik, auch wenn ich bei mehr Arbeit weniger Geld bekomme. Dafür lerne ich hier mehr.
Da ich zusätzlich bis zum Freitag noch einige Fotobeispiele von auffälligen Befunden für den künftigen Studentenkurs sammeln soll, bin ich auch regelmäßig zur Fotoabteilung gegangen um interessante Sachen ablichten zu lassen. Einen USB-Stick trage ich aus diesem Grund nun immer dabei. Nachmittags fand dann wieder die Chefvisite statt, die ich aber nicht bis zum Schluss mitverfolgen konnte, weil es heute noch ein Studentenseminar gab.
Jedenfalls vergeht die Zeit in der Augenklinik viel schneller als mein Chirurgie Tertial - das spricht definitiv für die Augenklinik, auch wenn ich bei mehr Arbeit weniger Geld bekomme. Dafür lerne ich hier mehr.
Da ich zusätzlich bis zum Freitag noch einige Fotobeispiele von auffälligen Befunden für den künftigen Studentenkurs sammeln soll, bin ich auch regelmäßig zur Fotoabteilung gegangen um interessante Sachen ablichten zu lassen. Einen USB-Stick trage ich aus diesem Grund nun immer dabei. Nachmittags fand dann wieder die Chefvisite statt, die ich aber nicht bis zum Schluss mitverfolgen konnte, weil es heute noch ein Studentenseminar gab.
Augenheilkunde - 14. Woche - Studientag
Nachtrag zum Montag!
Den wichtigsten Tag der Woche habe ich vergessen, den Studientag :D
Den wichtigsten Tag der Woche habe ich vergessen, den Studientag :D
Freitag, 5. März 2010
Augenheilkunde - 13. Woche - "Psycho"
Am Freitag findet am Vormittag immer die Oberarztvisite statt, so dass dies für Studenten natürlich auch äußerst interessant ist.
Zunächst aber musste ich mich mit einer Flexüle an unmöglichen Venen üben: da war ja sowas von nichts zu tasten und nichts zu sehen. Am Handrücken gab es blos vereinzelt Gefäße, die jedoch dünner als die Nadel waren. Mit einer kleinen Kinderflexüle schaffte ich es aber, einen Zugang zu legen. Erfolgserlebnis ;)
Die Oberarztvisite verlief dann ziemlich hektisch, das der OA ständig angepiept wurde und plötzlich auch in den OP musste.
3 Patienten haben wir auf Station die psychisch nicht ganz normal waren. Der eine Patient leidet an M. Alzheimer, und nach der Narkose war er heute deutlich verwirrt. Ein anderer Patient ist ein Alkoholiker, der wohl schon deutliche mentale Schäden hat - zwischendurch wusste er garnicht mehr wo er ist, dass er operiert wurde, und wanderte nachts durch die Flure.
Eine andere Patientin verträgt offenbar das Prednisolon nicht - darunter wurde sie im Laufe der Zeit richtig merkwürdig und wollte dann zu ihrem "Augen-Homöopathen" ...
Naja, nun habe ich aber endlich wieder ein langes Wochenende.
Zunächst aber musste ich mich mit einer Flexüle an unmöglichen Venen üben: da war ja sowas von nichts zu tasten und nichts zu sehen. Am Handrücken gab es blos vereinzelt Gefäße, die jedoch dünner als die Nadel waren. Mit einer kleinen Kinderflexüle schaffte ich es aber, einen Zugang zu legen. Erfolgserlebnis ;)
Die Oberarztvisite verlief dann ziemlich hektisch, das der OA ständig angepiept wurde und plötzlich auch in den OP musste.
3 Patienten haben wir auf Station die psychisch nicht ganz normal waren. Der eine Patient leidet an M. Alzheimer, und nach der Narkose war er heute deutlich verwirrt. Ein anderer Patient ist ein Alkoholiker, der wohl schon deutliche mentale Schäden hat - zwischendurch wusste er garnicht mehr wo er ist, dass er operiert wurde, und wanderte nachts durch die Flure.
Eine andere Patientin verträgt offenbar das Prednisolon nicht - darunter wurde sie im Laufe der Zeit richtig merkwürdig und wollte dann zu ihrem "Augen-Homöopathen" ...
Naja, nun habe ich aber endlich wieder ein langes Wochenende.
Donnerstag, 4. März 2010
Augenheilkunde - 13. Woche - "Hämodilution"
Der heutige Tag hatte neben dem kuriosen Wetter aus Sonne & Hagel auch ganz schön viel mit Blut zu tun. Zunächst ging es natürlich um die routinemäßigen Flexülen, die aber keine Probleme machten. Zu Sehen gab es dann einige Glaskörpereinblutungen am Auge, sowie eine feuchte Makuladegeneration und eine Zentralvenenthrombose, bei denen man reichlich Blut an der Netzhaut sieht.
Dann gab es heute eine Hämodilution durchzuführen - eine Maßnahme, die das Blut dünner machen soll. Blut kann man in einen zellulären und einen flüssigen Anteil einteilen; der Hämatokrit Wert (Hk) gibt den Anteil an zellulären Bestandteilen an, und liegt in der Regel bei 40-45%. Bei Gefäßverschlüssen an der Netzhaut, kann es sehr günstig sein diesen Wert zu senken. Der Patient muss zum dazu viel trinken, und unter Umständen etwas Blut ablassen; dies nennt man dann Hämodilution. Eine etwas größere Nadel wird dabei in eine Vene gelegt, und dabei etwa 500ml Blut abgelassen (gleichzeitig bekommt der Patient am anderen Arm etwas Flüssigkeit infundiert, damit der Kreislauf stabil bleibt.
Ganz nebenbei hat ein Patient sich heute versehentlich selbst hämodilutiert... bei irgendwelchen Tätigkeiten hat er sich seine Flexüle aus dem Arm gezogen, und dabei ein kleines Blutbad angerichtet. Über den Flur zog sich eine ganze lange blutige Spur wie der Patient dort entlang gelaufen ist um sich seine Blutung stoppen zu lassen. Immerhin ist er schon mal nicht verblutet ;)
Dann gab es heute eine Hämodilution durchzuführen - eine Maßnahme, die das Blut dünner machen soll. Blut kann man in einen zellulären und einen flüssigen Anteil einteilen; der Hämatokrit Wert (Hk) gibt den Anteil an zellulären Bestandteilen an, und liegt in der Regel bei 40-45%. Bei Gefäßverschlüssen an der Netzhaut, kann es sehr günstig sein diesen Wert zu senken. Der Patient muss zum dazu viel trinken, und unter Umständen etwas Blut ablassen; dies nennt man dann Hämodilution. Eine etwas größere Nadel wird dabei in eine Vene gelegt, und dabei etwa 500ml Blut abgelassen (gleichzeitig bekommt der Patient am anderen Arm etwas Flüssigkeit infundiert, damit der Kreislauf stabil bleibt.
Ganz nebenbei hat ein Patient sich heute versehentlich selbst hämodilutiert... bei irgendwelchen Tätigkeiten hat er sich seine Flexüle aus dem Arm gezogen, und dabei ein kleines Blutbad angerichtet. Über den Flur zog sich eine ganze lange blutige Spur wie der Patient dort entlang gelaufen ist um sich seine Blutung stoppen zu lassen. Immerhin ist er schon mal nicht verblutet ;)
Mittwoch, 3. März 2010
Augenheilkunde - 13. Woche - "Ulcus Corneae"
Seit 3 Tagen haben wir einen Patienten auf Station, der ein Hornhautgeschwür unklarer Genese hat.

Nachdem sich dann in der Vorderkammer so ein Hypopyon (Eiterspiegel in der Vorderkammer) gebildet hat, wurde das Material punktiert und in die Mikrobiologie geschickt - in der Zwischenzeit wurden antibiotische Tropfen angeordnet. Beim heutigen Telefonat mit der Mikrobiologie kam heraus, dass sich bislang keine Bakterien anzüchten lassen - allerdings entwickeln sich in einer speziellen Nährlösung Hefen, so dass von einer Pilzinfektion ausgegangen werden muss. Morgen werden wir wahrscheinlich einen endgültigen Befund haben, so dass wir die Antibiotika absetzen und eine antimykotische Behandlung einleiten können.
Da dieses etwa 3,5 x 3,5mm große Ulcus mitten in der optische Sehachse liegt, kann der Patient mit dem betroffenen Auge fast nichts mehr sehen.
Pilzinfektionen am Auge können gehäuft nach Verletzungen mit pflanzlichem Material entstehen - wenn man z.B. einen Ast ans Auge bekommt und dabei Pilzsporen in defekte/verletzte Gewebsteile eindringen.
Ich glaube dass dies ein recht interessanter Fall ist, so dass ich einen Fallbericht dazu erstellen werde.

Nachdem sich dann in der Vorderkammer so ein Hypopyon (Eiterspiegel in der Vorderkammer) gebildet hat, wurde das Material punktiert und in die Mikrobiologie geschickt - in der Zwischenzeit wurden antibiotische Tropfen angeordnet. Beim heutigen Telefonat mit der Mikrobiologie kam heraus, dass sich bislang keine Bakterien anzüchten lassen - allerdings entwickeln sich in einer speziellen Nährlösung Hefen, so dass von einer Pilzinfektion ausgegangen werden muss. Morgen werden wir wahrscheinlich einen endgültigen Befund haben, so dass wir die Antibiotika absetzen und eine antimykotische Behandlung einleiten können.
Da dieses etwa 3,5 x 3,5mm große Ulcus mitten in der optische Sehachse liegt, kann der Patient mit dem betroffenen Auge fast nichts mehr sehen.
Pilzinfektionen am Auge können gehäuft nach Verletzungen mit pflanzlichem Material entstehen - wenn man z.B. einen Ast ans Auge bekommt und dabei Pilzsporen in defekte/verletzte Gewebsteile eindringen.
Ich glaube dass dies ein recht interessanter Fall ist, so dass ich einen Fallbericht dazu erstellen werde.
Dienstag, 2. März 2010
Augenheilkunde - 13. Woche - "Professor vidit et dixit"
Der Professor ist wieder aus seinem Urlaub zurückgekommen, so dass nun die tägliche Frühbesprechung erneut knapp eine halbe Stunde dauert weil immer einige interessante Fälle besprochen werden.
Auf Station gab es dann viele Flexülen zu legen - da wir aber derzeit 5 Studenten anwesend sind, geht das alles sehr zügig.
Eine gewisse hektik gab es heute beim Personal weil am Dienstag immer die Chefvisite stattfindet - und hierfür muss dann immer alles gut vorbereitet sein. Auf alle möglichen Fragen des Profssors sollte man vorbereitet sein - wie der Visus ist, ob bereits "in domo" operiert wurde, wenn ja dann von wem "opus?", wie dick die Linse ist, welche Augentropfen werde gegeben, von welchem Arzt kam die Über- bzw. Einweisung usw. usw. - zudem gibt er dann eine ganze Reihe von Anordnungen - in der Patientenakte steht dann immer so klug auf Latein "Professor vidit et dixit".
Für uns Studenten ist so eine Chefvisite allerdings sehr informativ und spannend.
Erwähnen möchte ich heute auch nochmal 2 Fälle wo die Eltern so richtige Assis und Atzen waren.
Ein knapp 2 jähriges Kind wurde von der Mutter einfach mal so weinend im Krankenhaus allein gelassen (obwohl ein Elternteil dort kostenlos mit Verpflegung übernachten darf), und hat nicht einmal irgendwelche (spielkuschel)Sachen fürs Kind gelassen
Und ein anderes kleines Kind wurde von den Eltern gleich nach der OP gegen ärztlichen Rat nach Hause genommen. Die Vornamen der Kinder waren natürlich sehr klischehaft...
Auf Station gab es dann viele Flexülen zu legen - da wir aber derzeit 5 Studenten anwesend sind, geht das alles sehr zügig.
Eine gewisse hektik gab es heute beim Personal weil am Dienstag immer die Chefvisite stattfindet - und hierfür muss dann immer alles gut vorbereitet sein. Auf alle möglichen Fragen des Profssors sollte man vorbereitet sein - wie der Visus ist, ob bereits "in domo" operiert wurde, wenn ja dann von wem "opus?", wie dick die Linse ist, welche Augentropfen werde gegeben, von welchem Arzt kam die Über- bzw. Einweisung usw. usw. - zudem gibt er dann eine ganze Reihe von Anordnungen - in der Patientenakte steht dann immer so klug auf Latein "Professor vidit et dixit".
Für uns Studenten ist so eine Chefvisite allerdings sehr informativ und spannend.
Erwähnen möchte ich heute auch nochmal 2 Fälle wo die Eltern so richtige Assis und Atzen waren.
Ein knapp 2 jähriges Kind wurde von der Mutter einfach mal so weinend im Krankenhaus allein gelassen (obwohl ein Elternteil dort kostenlos mit Verpflegung übernachten darf), und hat nicht einmal irgendwelche (spielkuschel)Sachen fürs Kind gelassen
Und ein anderes kleines Kind wurde von den Eltern gleich nach der OP gegen ärztlichen Rat nach Hause genommen. Die Vornamen der Kinder waren natürlich sehr klischehaft...
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