An Blutabnahmen gab es heute nicht viel zu tun, trotzdem quälte ich mich bei einem Patienten ganz lange ab. Da dieser seit Jahren Blutverdünner zu sich nehmen muss, waren seine Hände komplett dunkelblau - bis zum Oberarm gab es dann noch zahlreiche großflächige blaue Flecke.
In diesem gewusel war es schwer was zu tasten, und unmöglich was zu sehen.
Erst im 4. Anlauf hat es dann geklappt! Soviel zum klugen Spruch "nach maximal 3 Versuchen jemand anderen fragen" - bei uns ist aber kein Arzt da und es sollte dringend das Labor gemacht werden.
Umso schockierter war ich dann nachmittags als ich plötzlich eine Flexüle bei dem Patienten legen sollte - aber glücklicherweise hat das dann sofort geklappt.
Manchbal braucht man einfach auch etwas Glück.
Es gab heute keine einzige Neuaufnahme und zum OP wurde heute kein Student benötigt, so war es dann möglich nebenbei 4 Entlassungsbriefe für das Wochenende zu diktieren. Am späten Nachmittag machten die Famulantin und ich mal "zum ausprobieren" unsere eigene Visite - einfach nur um so ein Patientengespräch zu üben und sich ein aktuelles Bild zu schaffen.
Nach immerhin 8 Wochen Chirurgie PJ habe ich jetzt die Halbzeit dieses Chirurgie-Tertials überstanden.
Freitag, 9. Oktober 2009
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Chirurgie - 8. Woche - "DONNERstag"
Mitten in der Nacht wurde das Haus durch einen spektakulären Knall geweckt - ein gewaltiger Donner riss jeden aus dem Schlaf. Es tobte ein recht schönes Gewitter, aber an den weckenden Knall kam später nichts mehr heran.
Am frühen morgen regnete es immer noch als ich zur Klinik lief; unterwegs waren solch tiefe Pfützen die nicht abgeflossen sind, dass man unausweichlich nasse Füße bekam.
Wie sich im Krankenhaus herausstellte muss der Blitz unmittelbar in der Nähe eingeschlagen sein; einige Systeme waren daraufhin ausgefallen. Am Hubschrauberlandeplatz sah man auch einen umgefallenen großen Baum - vielleicht schlug dort der Blitz ein.
Auf Station war zunächst nicht sehr viel Arbeit, so dass 2 Briefe diktiert werden konnten. 2 prästationäre Patienten (Schilddrüse & Analfissur) sowie eine stationäre Patientin (Rektumkarzinom) wurden dann noch aufgenommen. Bei der Rektumkarzinom Patientin ist ein großer Fehler unterlaufen: morgen sollte eigentlich die operative Rektumresektion erfolgen und heute noch einmal ein Kontroll-CT erfolgen.
Beim CT wurde jedoch Bariumsulfat als Kontrastmittel für den Verdauungstrakt genommen, und damit kann in den nächsten Tagen erstmal garnichts operiert werden.
Bariumsulfat ist bei intaktem Darm ein gutes Kontrastmittel und völlig harmlos; gelangt es jedoch in den Bauchraum (was bei einer OP unausweichlich ist) entsteht eine äußerst komplizierte und schwer zu beherrschende Peritonitis die in 30% der Fälle tödlich verlaufen kann. Von daher muss erstmal abgewartet werden bis das ganze Bariumsulfat rauskommt.
Ansonsten hatten wir Studenten wieder einmal die Zeit uns für 2 Stunden mit einem Ultraschall-Gerät selbst zu beschallen um wenigstens mal die Leber und die Nieren darzustellen.
Am frühen morgen regnete es immer noch als ich zur Klinik lief; unterwegs waren solch tiefe Pfützen die nicht abgeflossen sind, dass man unausweichlich nasse Füße bekam.
Wie sich im Krankenhaus herausstellte muss der Blitz unmittelbar in der Nähe eingeschlagen sein; einige Systeme waren daraufhin ausgefallen. Am Hubschrauberlandeplatz sah man auch einen umgefallenen großen Baum - vielleicht schlug dort der Blitz ein.
Auf Station war zunächst nicht sehr viel Arbeit, so dass 2 Briefe diktiert werden konnten. 2 prästationäre Patienten (Schilddrüse & Analfissur) sowie eine stationäre Patientin (Rektumkarzinom) wurden dann noch aufgenommen. Bei der Rektumkarzinom Patientin ist ein großer Fehler unterlaufen: morgen sollte eigentlich die operative Rektumresektion erfolgen und heute noch einmal ein Kontroll-CT erfolgen.
Beim CT wurde jedoch Bariumsulfat als Kontrastmittel für den Verdauungstrakt genommen, und damit kann in den nächsten Tagen erstmal garnichts operiert werden.
Bariumsulfat ist bei intaktem Darm ein gutes Kontrastmittel und völlig harmlos; gelangt es jedoch in den Bauchraum (was bei einer OP unausweichlich ist) entsteht eine äußerst komplizierte und schwer zu beherrschende Peritonitis die in 30% der Fälle tödlich verlaufen kann. Von daher muss erstmal abgewartet werden bis das ganze Bariumsulfat rauskommt.
Ansonsten hatten wir Studenten wieder einmal die Zeit uns für 2 Stunden mit einem Ultraschall-Gerät selbst zu beschallen um wenigstens mal die Leber und die Nieren darzustellen.
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Chirurgie - 8. Woche - "Pieks"
Die Station war heute wie zu meinen Anfangszeiten im August wieder einmal relativ leer, so dass die Visite recht zügig vorbei war - dementsprechend war die Morgenbesprechung auch kurz und die Famulantin und ich konnten auf Station etwas Blut abzapfen.
Dabei habe ich mir den gestrigen Ratschlag der Anästhesistin zu Herzen genommen, bei schwierigen Venenverhältnissen den Arm bzw. die Hand erstmal eine ganze Weile unter Herzniveau baumeln zu lassen. Mein Eindruck war, dass es tatsächlich hilft - zumindest wenn man am Handrücken nach Blut piekst.
Dann wurde ich wieder in den OP gerufen wo ich bei einer laparoskopischen Cholezystektomie (Gallenentfernung) wieder Kameramann sein durfte. Die sonst relativ kurze OP zögerte sich dann doch etwas in die Länge weil die Gallenblase relativ groß und der arterielle Gefäßverlauf etwas unsicher war. Die Arteria Cystica welche bei der Gallenentfernung immer abgeklemmt werden muss hatte einen sehr späten Abgang aus der rechten Leberarterie statt wie sonst immer aus der Arteria hepatica propria. Beim versehentlichen Abklemmen der rechten Leberarterie wäre die halbe Leber ohne Blutversorgung.
Zurück auf Station ließ ich mich dann erstmal selber pieksen - die Betriebsärztin machte ihre Tour durchs Krankenhaus und impfte die Mitarbeiter gegen die saisonelle Grippe.
Anschließend diktierte ich schon mal einen Brief für eine Patientin die zum Wochenende entlassen werden kann.
Erneut wurde ich dann in den OP gerufen, wo chirurgisch eine Magensonde gelegt werden sollte.
Eigentlich machen das die Gastroenterologen endoskopisch, jedoch hat der Patient so ein fortgeschrittenes Pharynx-Karzinom, dass da weder Endoskop noch Nahrung hindurchkamen - und irgendwie kann man ihn ja nicht verhungern lassen.
Wieder auf Station gab es eine kurze vorstationäre Aufnahme - eine unkomplizierte reponible Nabelhernie die morgen operativ saniert werden soll.
Nach unserem Studentenseminar und der Röntgenbesprechung war dann auch wieder Feierabend.
Dabei habe ich mir den gestrigen Ratschlag der Anästhesistin zu Herzen genommen, bei schwierigen Venenverhältnissen den Arm bzw. die Hand erstmal eine ganze Weile unter Herzniveau baumeln zu lassen. Mein Eindruck war, dass es tatsächlich hilft - zumindest wenn man am Handrücken nach Blut piekst.
Dann wurde ich wieder in den OP gerufen wo ich bei einer laparoskopischen Cholezystektomie (Gallenentfernung) wieder Kameramann sein durfte. Die sonst relativ kurze OP zögerte sich dann doch etwas in die Länge weil die Gallenblase relativ groß und der arterielle Gefäßverlauf etwas unsicher war. Die Arteria Cystica welche bei der Gallenentfernung immer abgeklemmt werden muss hatte einen sehr späten Abgang aus der rechten Leberarterie statt wie sonst immer aus der Arteria hepatica propria. Beim versehentlichen Abklemmen der rechten Leberarterie wäre die halbe Leber ohne Blutversorgung.
Zurück auf Station ließ ich mich dann erstmal selber pieksen - die Betriebsärztin machte ihre Tour durchs Krankenhaus und impfte die Mitarbeiter gegen die saisonelle Grippe.
Anschließend diktierte ich schon mal einen Brief für eine Patientin die zum Wochenende entlassen werden kann.
Erneut wurde ich dann in den OP gerufen, wo chirurgisch eine Magensonde gelegt werden sollte.
Eigentlich machen das die Gastroenterologen endoskopisch, jedoch hat der Patient so ein fortgeschrittenes Pharynx-Karzinom, dass da weder Endoskop noch Nahrung hindurchkamen - und irgendwie kann man ihn ja nicht verhungern lassen.
Wieder auf Station gab es eine kurze vorstationäre Aufnahme - eine unkomplizierte reponible Nabelhernie die morgen operativ saniert werden soll.
Nach unserem Studentenseminar und der Röntgenbesprechung war dann auch wieder Feierabend.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Chirurgie - 8. Woche - "2 Todesurteile"
Bei der Visite gab es heute früh nichts erwähnenswertes, also komme ich gleich zur Frühbesprechung. Vor knapp 2 Wochen (oder letzte Woche?) war ich bei einer laparoskopischen Gallenblasenentfernung mit dabei - dort ist und eine sehr verdächtige knotige Leber aufgefallen wo wir gleich eine Gewebeprobe entnommen haben - der mitte 50jährige sonst gesunde Patient ist inzwischen wieder zuhause.
Heute kam dann der Gewebsbefund der quasi einem Todesurteil gleicht: ein intrahepatisches Gallengangskarzinom. Eine absolut bösartige Zufallsdiagnose.
Da kommt man als gesunder Mensch zur Gallen-OP und erfährt dann anschließend, dass man vermutlich nur noch 1 Jahr zu leben hat. Sowas ist heftig.
Für mich ging es dann anschließend wieder in den OP (erneut eine Galle zur Cholezystektomie) wo ich den Kameramann spielen konnte.
Auf Station gabs noch etwas Blut zum abzapfen und einen Entlassungsbrief zum Diktieren.
Beim Diktieren habe ich mich extremst geärgert, dass das Diktiergerät defkt war - und das nachdem ich nach mühsamer Arbeit mit dem Brief fertig war. Es musste alles nochmal gemacht werden.
Nach unserem Studentenseminar gab es die Röntgenbesprechung wo ein weiteres Todesurteil folgte. Die mitte 50jährige Frau mit dem Sigma-Karzinom, die ich gestern aufgenommen habe, wurde im Rahmen des Stagings durch den CT geschoben, und dort stellte sich heraus dass sie eine fortgeschrittene Peritonealkarzinose mit reichlich Aszitis hatte. Normalerweise wachsen Darmkrebse relativ langsam und können bei den Darmkrebsvorsorgen ab mitte 50 rechtzeitig entdeckt werden - bei ihr scheint der Krebs innerhalb kürzester Zeit den ganzen Bauchraum ausgefüllt zu haben; mit nur geringsten Beschwerden.
Schon schlimm sowas.
Naja, und für heißt es jetzt wieder: Rufbereitschaft.
Heute kam dann der Gewebsbefund der quasi einem Todesurteil gleicht: ein intrahepatisches Gallengangskarzinom. Eine absolut bösartige Zufallsdiagnose.
Da kommt man als gesunder Mensch zur Gallen-OP und erfährt dann anschließend, dass man vermutlich nur noch 1 Jahr zu leben hat. Sowas ist heftig.
Für mich ging es dann anschließend wieder in den OP (erneut eine Galle zur Cholezystektomie) wo ich den Kameramann spielen konnte.
Auf Station gabs noch etwas Blut zum abzapfen und einen Entlassungsbrief zum Diktieren.
Beim Diktieren habe ich mich extremst geärgert, dass das Diktiergerät defkt war - und das nachdem ich nach mühsamer Arbeit mit dem Brief fertig war. Es musste alles nochmal gemacht werden.
Nach unserem Studentenseminar gab es die Röntgenbesprechung wo ein weiteres Todesurteil folgte. Die mitte 50jährige Frau mit dem Sigma-Karzinom, die ich gestern aufgenommen habe, wurde im Rahmen des Stagings durch den CT geschoben, und dort stellte sich heraus dass sie eine fortgeschrittene Peritonealkarzinose mit reichlich Aszitis hatte. Normalerweise wachsen Darmkrebse relativ langsam und können bei den Darmkrebsvorsorgen ab mitte 50 rechtzeitig entdeckt werden - bei ihr scheint der Krebs innerhalb kürzester Zeit den ganzen Bauchraum ausgefüllt zu haben; mit nur geringsten Beschwerden.
Schon schlimm sowas.
Naja, und für heißt es jetzt wieder: Rufbereitschaft.
Montag, 5. Oktober 2009
Chirurgie - 8. Woche - "Rush-Hour"
Heute hatte ich das Gefühl einer ständigen Rush-Hour; es kam immer wieder was neues zum erledigen.
Nach der Visite folgten erstmal zahlreiche Blutabnahmen und 2 Entlassungsbriefe die möglichst zügig diktiert werden sollten; dann folgte eine Neuaufnahme nach der anderen - und das waren teilweise schon multimorbide brummer für die man eine ganze Weile brauchte.
Eine adipöse halbseiten-gelähmte zur Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung), eine Frau mit Sigmakarzinom die rektal abgetastet werden musste oder einer mit Sigmadivertikulose.
Nebenbei auch noch par Blutabnahmen von nachstationären Patienten mit suboptimalen Gefäßen.
Ich kann noch froh darüber sein, dass ich heute noch in der Kantine was essen konnte, denn gleich danach musste ich in den OP.
Dafür war das ein relativ kleiner Eingriff: eine Tracheotomie (im weitesten Sinne ein "Luftröhrenschnitt") - die prozedur dauerte jedoch etwas länger weil die Trachea einen ungewöhnlich dollen dorsal-schrägen Verlauf hatte; vermutlich durch die vergrößerte Schilddrüse verdrängt.
Gegen 16 Uhr ging dann dieser lange Tag endlich zu Ende.
Nach der Visite folgten erstmal zahlreiche Blutabnahmen und 2 Entlassungsbriefe die möglichst zügig diktiert werden sollten; dann folgte eine Neuaufnahme nach der anderen - und das waren teilweise schon multimorbide brummer für die man eine ganze Weile brauchte.
Eine adipöse halbseiten-gelähmte zur Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung), eine Frau mit Sigmakarzinom die rektal abgetastet werden musste oder einer mit Sigmadivertikulose.
Nebenbei auch noch par Blutabnahmen von nachstationären Patienten mit suboptimalen Gefäßen.
Ich kann noch froh darüber sein, dass ich heute noch in der Kantine was essen konnte, denn gleich danach musste ich in den OP.
Dafür war das ein relativ kleiner Eingriff: eine Tracheotomie (im weitesten Sinne ein "Luftröhrenschnitt") - die prozedur dauerte jedoch etwas länger weil die Trachea einen ungewöhnlich dollen dorsal-schrägen Verlauf hatte; vermutlich durch die vergrößerte Schilddrüse verdrängt.
Gegen 16 Uhr ging dann dieser lange Tag endlich zu Ende.
Samstag, 3. Oktober 2009
Chirurgie - 7. Woche - "Fremdkörper im Rektum"
Nachtrag zum gestrigen Freitag.
Jeden morgen vor dem Beginn der Visite gucke ich immer im Computer nach ob während der Nacht neue Patienten neu hinzugekommen sind. An diesem Freitag gab es dann einen besonders auffälligen Eintrag: ein 47jähriger Mann mit dem Eintrag "Fremdkörper im Rektum" - oho.
Aus Neugier fragt man dann den diensthabenden Oberarzt was da genau passiert ist:
der Patient kam gestern Nacht über die Notaufnahme weil er sich einen Vibrator so tief in den Arsch geschoben hat, dass er diesen nicht mehr rausbekommen konnte.
Echt kurios was es so gibt.
Mit diesem Hintergrund wissen fällt es dann schwer bei der Visite ernst zu bleiben wenn man den Patienten fragt wie es ihm geht und ob er noch Schmerzen hätte.
Die heutigen Blutabnahmen waren auch eine Qual - es waren nicht viele, aber ausgerechnet bei solchen Patienten wo man keine Gefäße findet!
Gegen 10 wurde ich dann wieder in den OP gerufen; ein Sigmakarzinom welches raus sollte. Zunächst wurde laparoskopisch begonnen um den absteigenden Dickdarm für die spätere Anastomose zu mobilisieren und die Gefäße schon mal zu Unterbinden; nebenbei wurde auch gleich die symptomatische Gallenblase entfernt. Anschließend erfolgte die Umstellung auf offenchirurgisch (Querschnitt am linken Unterbauch) um das Sigma rauszuschneiden.
Fast 4 Stunden dauerte diese Operation, aber in die Kantine habe ich es diesmal trotzdem geschafft.
Der restliche Tag verlief ruhig - einzige Neuaufnahme war ein Patient mit blutenden prolabierten Hämorrhoiden.
Wochenende.
Jeden morgen vor dem Beginn der Visite gucke ich immer im Computer nach ob während der Nacht neue Patienten neu hinzugekommen sind. An diesem Freitag gab es dann einen besonders auffälligen Eintrag: ein 47jähriger Mann mit dem Eintrag "Fremdkörper im Rektum" - oho.
Aus Neugier fragt man dann den diensthabenden Oberarzt was da genau passiert ist:
der Patient kam gestern Nacht über die Notaufnahme weil er sich einen Vibrator so tief in den Arsch geschoben hat, dass er diesen nicht mehr rausbekommen konnte.
Echt kurios was es so gibt.
Mit diesem Hintergrund wissen fällt es dann schwer bei der Visite ernst zu bleiben wenn man den Patienten fragt wie es ihm geht und ob er noch Schmerzen hätte.
Die heutigen Blutabnahmen waren auch eine Qual - es waren nicht viele, aber ausgerechnet bei solchen Patienten wo man keine Gefäße findet!
Gegen 10 wurde ich dann wieder in den OP gerufen; ein Sigmakarzinom welches raus sollte. Zunächst wurde laparoskopisch begonnen um den absteigenden Dickdarm für die spätere Anastomose zu mobilisieren und die Gefäße schon mal zu Unterbinden; nebenbei wurde auch gleich die symptomatische Gallenblase entfernt. Anschließend erfolgte die Umstellung auf offenchirurgisch (Querschnitt am linken Unterbauch) um das Sigma rauszuschneiden.
Fast 4 Stunden dauerte diese Operation, aber in die Kantine habe ich es diesmal trotzdem geschafft.
Der restliche Tag verlief ruhig - einzige Neuaufnahme war ein Patient mit blutenden prolabierten Hämorrhoiden.
Wochenende.
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Chirurgie - 7. Woche - "Selbstschall"
Vor der Visite gucke ich jeden Tag auf den OP Plan ob ich für eine OP eingeplant bin - an erster Stelle stand eine kleine Nabelbruch OP bei einem 1 jährigen Mädchen an - mein Name stand nicht dabei. Auch in der Frühbesprechung wurde nichts darüber gesagt, dass ich irgendwo eingeplant bin - so ging ich gleich runter auf Station. Dort klickte ich wieder etwas im System rum und sah plötzlich doch dass mein Name für die erste OP stand.
Bin dann gleich durch die Schleuse in den OP-Bereich, machte bereits die ganze chirurgische Händedesinfektion um mir dann im Saal anzuhören "sie sind zu spät; jetzt brauchen wir sie nicht mehr". Toll. Bei der Nachbesprechung haben wir uns dann letztendlich darauf geeinigt dass ich mich wohl "verguckt" haben muss.
Zurück auf Station konnte dann wieder etwas Blut abgenommen werden.
An Entlassungsbriefen haben wir Studis blos 2 geschafft weil wir bei jedem dieser Patienten doch fast eine Stunde brauchen eh wir all unsere Befunde und den Verlauf uns mühsam aus den Dokumenten heraussuchen - und dann kritzeln wir das erst auf einem Blatt in Rohfassung nieder, eh wir das halbwegs vernünftig strukturiert diktieren können.
Beim gastroenterologischen Konsil (Mittagessen) klingelte dann wieder das Telefon dass eine neue Flexüle gelegt werden muss. Auf dem Weg zur Station dachte ich blos die ganze Zeit lang "bitte nicht Herr W, bitte nicht Herr W, bitte nicht Herr W" - und wie es dann immer so ist, sollte der venöse Zugang dann doch ausgerechnet bei Herr W gelegt werden. Er ist auch relativ anstrengend und meine 50%ige Trefferquote hat sich bei ihm wieder voll erfüllt: an einem Arm gings nicht, am anderen Arm hat es Gott sei Dank geklappt.
Donnerstags hätten wir Studenten eigentlich immer unseren Sonokurs gehabt, dieser ist heute aber ausgefallen. Stattdessen haben wir uns dann 2 Stunden lang mit den Geräten selbst beschallt. Einfach so zur Übung nochmal die Leber schallen. Als Proband fand ich es auch ganz bequem mal eine Weile lang liegen zu können.
Nur noch einmal früh Aufstehen und dann ist endlich wieder Wochenende.
Bin dann gleich durch die Schleuse in den OP-Bereich, machte bereits die ganze chirurgische Händedesinfektion um mir dann im Saal anzuhören "sie sind zu spät; jetzt brauchen wir sie nicht mehr". Toll. Bei der Nachbesprechung haben wir uns dann letztendlich darauf geeinigt dass ich mich wohl "verguckt" haben muss.
Zurück auf Station konnte dann wieder etwas Blut abgenommen werden.
An Entlassungsbriefen haben wir Studis blos 2 geschafft weil wir bei jedem dieser Patienten doch fast eine Stunde brauchen eh wir all unsere Befunde und den Verlauf uns mühsam aus den Dokumenten heraussuchen - und dann kritzeln wir das erst auf einem Blatt in Rohfassung nieder, eh wir das halbwegs vernünftig strukturiert diktieren können.
Beim gastroenterologischen Konsil (Mittagessen) klingelte dann wieder das Telefon dass eine neue Flexüle gelegt werden muss. Auf dem Weg zur Station dachte ich blos die ganze Zeit lang "bitte nicht Herr W, bitte nicht Herr W, bitte nicht Herr W" - und wie es dann immer so ist, sollte der venöse Zugang dann doch ausgerechnet bei Herr W gelegt werden. Er ist auch relativ anstrengend und meine 50%ige Trefferquote hat sich bei ihm wieder voll erfüllt: an einem Arm gings nicht, am anderen Arm hat es Gott sei Dank geklappt.
Donnerstags hätten wir Studenten eigentlich immer unseren Sonokurs gehabt, dieser ist heute aber ausgefallen. Stattdessen haben wir uns dann 2 Stunden lang mit den Geräten selbst beschallt. Einfach so zur Übung nochmal die Leber schallen. Als Proband fand ich es auch ganz bequem mal eine Weile lang liegen zu können.
Nur noch einmal früh Aufstehen und dann ist endlich wieder Wochenende.
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