Nachdem ich nun 4 Tage abwesend gewesen bin, war ich positiv überrascht wie sagenhaft leer unsere Station geworden ist - nur noch 13 Patienten! Außerdem nur eine einzige Blutentnahme.
So war ich heute mit meiner Routine schon viel eher fertig, noch bevor die erste Neuaufnahme angedackelt kam. Dieser Luxus erinnert mich ja schon fast an die guten alten Zeiten im Sommer wo wir noch 4 Studenten + 2 Assistenzärzte auf Station waren - da ging auch alles so fix.
Die Neuaufahmen waren auch keine Exoten: eine Galle und eine Ileostomarückverlegung.
Eine weitere zu uns verlegte Patientin ließ sich dagegen von mir nicht adäquat aufnehmen - sie war schon etwas desorientiert so dass man keine vernünftige Anamnese machen konnte. Multimorbid war sie auch, so dass ich mich bei dieser bettlägrigen Patientin im wesentlichen nur auf die Blutabnahme, die Herz- und Lungenauskultation und die Abdomenpalpation beschränkt habe - am Herzen ließ sich sehr schön eine Arrhthmie erhören. Da es auch keine Unterlagen gab (hat die vorherige Station immer noch bei sich), habe ich diese Patientin erstmal so in diesem Rohzustand an die Oberärztin übergeben - sie kennt die Betroffene bereits aus früheren Konsilen.
Dann kümmerte ich mich noch um den Entlassungsbrief einer Rektumkrebs-Patientin, die leider bereits die Tumorformel pT3, pN2, M1 hatte (also eine ordentliche lokale Ausdehnung, viele Lymphknotenmetastasen und bereits eine Fernmetastasierung in der Leber). Viel therapieren wird man da nicht mehr können, aber mit einer guten Chemo wird man immerhin die Lebenszeit verlängern und die Lebensqualität erhöhen können.
Ansonsten konnte ich mich nachmittags beim gastroenterologischen Konsil ordentlich sattessen, und nach einem recht spannenden Studentenseminar in den Feierabend verabschieden.
Dienstag, 20. Oktober 2009
Montag, 19. Oktober 2009
Chirurgie - 10. Woche - Studientag
Der Montag begann sehr gut - schließlich habe ich einen weiteren Studientag ;)
Freitag, 16. Oktober 2009
Chirurgie - 9. Woche - Studientag
Die Rufbereitschaft verlief ruhig, und heute habe ich nach langer langer Zeit endlich wieder einen freien Studientag :) Wochenende!
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Chirurgie - 9. Woche - "Hypocalzämie"
Eine relativ häufige Komplikation bei der totalen Thyreoidektomie (Schilddrüsenentfernung) ist die postoperative Hypocalzämie - die 4 kleinen Nebenschilddrüsen werden oft geschädigt oder ungewollt mit entfernt, so dass wegen des fehlenden Parathormons der Kalziumhaushalt durcheinander kommt. Bei einer Patientin ist das unglücklicherweise besonders stark aufgetreten; am 2. postoperativen Tag erfolgt normalerweise die Kalziumbestimmung und bei guten Werten kann der Patient entlassen werden - die Patientin wollte am besagten Tag schon so gerne nach Hause, aber ausgerechnet bei ihr zeichnete sich eine ausgeprägte Hypocalzämie ab so dass bis aufs weitere eine Kalziumgabe und eine tägliche Laborkontrolle erfolgt. Dies ist der Grund wesshalb ich die arme Frau jetzt täglich pieksen muss, aber bei so einem niedrigen Kalziumwert wie bei ihr drohen schon ordentliche Krampfanfälle. Das Erstsymptom kribbeln in den Armen und im Gesicht hat sie bereits schon.
Da wir nach den neuen PJ-Richtlinien pro Tertial einen ausführlichen Patientenbericht inklusive aller Befunde zusammenstellen sollen, dachte ich mir, dass ich mir diesen prolongierten Verlauf einer Thyreoidektomie für diese Aufgabe nehme.
Nach den vielen vielen Blutabnahmen konnte ich mich um die einzige Neuaufnahme des Tages kümmern: ein ältere Patient mit Rektumkarzinom der zur präventiven Stomaanlage (künstlicher Darmausgang) und zusätzlicher Portimplantation (zur geplanten Chemotherapie) stationär aufgenommen wurde. Die Kommunikation war erschwert da er bei Stimmbänderlähmung zusätzlich ein Tracheostoma zum Atmen hatte. Desweiteren war er als COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung - die 4. häufigste Todesursache in Industrieländern) sehr kurzatmig.
Im OP war ich dann bei der gestrigen LAD in GAZ ("lieben alten Dame in gutem Allgemeinzustand" - Zitat aus House of God) bei der operativen Sanierung einer riesengroßen Narbenhernie. Der Eingriff dauerte schon ordentliche 3 Stunden.
Danach konnte ich gleich im OP bleiben weil über die Notaufnahme ein 12jähriges Mädchen mit einer akuten Appendizitis (Blinddarmentzündung) kam. Der laparoskopische Eingriff verlief komplikationslos und ich durfte dabei wieder den Kameramann spielen.
Jetzt habe ich theoretisch aufgrund von 2 Studientagen ein verlängertes Wochenende, jedoch bin ich bis Freitag früh noch in OP-Rufbereitschaft.
Da wir nach den neuen PJ-Richtlinien pro Tertial einen ausführlichen Patientenbericht inklusive aller Befunde zusammenstellen sollen, dachte ich mir, dass ich mir diesen prolongierten Verlauf einer Thyreoidektomie für diese Aufgabe nehme.
Nach den vielen vielen Blutabnahmen konnte ich mich um die einzige Neuaufnahme des Tages kümmern: ein ältere Patient mit Rektumkarzinom der zur präventiven Stomaanlage (künstlicher Darmausgang) und zusätzlicher Portimplantation (zur geplanten Chemotherapie) stationär aufgenommen wurde. Die Kommunikation war erschwert da er bei Stimmbänderlähmung zusätzlich ein Tracheostoma zum Atmen hatte. Desweiteren war er als COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung - die 4. häufigste Todesursache in Industrieländern) sehr kurzatmig.
Im OP war ich dann bei der gestrigen LAD in GAZ ("lieben alten Dame in gutem Allgemeinzustand" - Zitat aus House of God) bei der operativen Sanierung einer riesengroßen Narbenhernie. Der Eingriff dauerte schon ordentliche 3 Stunden.
Danach konnte ich gleich im OP bleiben weil über die Notaufnahme ein 12jähriges Mädchen mit einer akuten Appendizitis (Blinddarmentzündung) kam. Der laparoskopische Eingriff verlief komplikationslos und ich durfte dabei wieder den Kameramann spielen.
Jetzt habe ich theoretisch aufgrund von 2 Studientagen ein verlängertes Wochenende, jedoch bin ich bis Freitag früh noch in OP-Rufbereitschaft.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Chirurgie - 9. Woche - "Zeit zum Nähen"
Der heutige Tag verlief mal ganze ohne große Hektik - selbst für die Visite wurde sich mehr Zeit genommen als sonst. An Blutabnahmen war auch nichts kompliziertes, so dass ich mich relativ früh um die Neuaufnahmen kümmern konnte.
Zum einen gab es da eine LAD in GAZ "liebe alte Dame in gutem Allgemeinzustand" (Zitat aus House of God) mit einer Narbenhernie, und eine Frau mit einer deutlich sichtbaren Schilddrüsen-Struma - nebenbefundlich interessant war, dass sie vor etwa 10 Jahren eine Sarkoidose gehabt hat die scheinbar völlig ausgeheilt ist.
Nach den beiden Aufnahmen konnte ich in aller Ruhe in den OP, wo die Nabelhernie von gestern operiert wurde. Der Eingriff hatte einen prolongierten Verlauf, da die Oberärztin heute mal die Geduld dazu hatte mir ein klein wenig Nähen beizubringen - so vernähte ich die Wunde nach dem Donati-Verfahren; und das dauerte bei mir richtig lange weil mir einfach diese Geschicklichkeit mit den ganzen Instrumenten fehlt. Aber wenigstens habe ich das jetzt nach 9 Wochen Chirurgie einmal machen können; vielleicht lerne ich ja doch noch was praktisches in diesem Tertial.
Ich blieb dann gleich noch im OP für den nächsten Eingriff - der Patient wurde dann in der SSL ("Steinschnittlage") gelagert; das ist dann quasi die Position die auch die Frau beim Gynäkologen einnimmt. Der Patient leidet unter rezidivierenden Perianalfisteln, die mal wieder saniert werden mussten. Das sieht dann ziemlich brutal aus wie da große Hautfetzen am Anus bis hin zum Rektum abgetragen werden. Die Schleimhaut wird anschließend wieder vernäht, aber die große klaffende Wunde im Analbereich wird immer offen belassen. Erstaunlich, dass sich da nie was infiziert wenn da täglich der Stuhl vorbeigeht.
Nach den beiden OPs konnte ich erstmal lecker essen, und hatte dann wieder unser Studentenseminar.
Zum einen gab es da eine LAD in GAZ "liebe alte Dame in gutem Allgemeinzustand" (Zitat aus House of God) mit einer Narbenhernie, und eine Frau mit einer deutlich sichtbaren Schilddrüsen-Struma - nebenbefundlich interessant war, dass sie vor etwa 10 Jahren eine Sarkoidose gehabt hat die scheinbar völlig ausgeheilt ist.
Nach den beiden Aufnahmen konnte ich in aller Ruhe in den OP, wo die Nabelhernie von gestern operiert wurde. Der Eingriff hatte einen prolongierten Verlauf, da die Oberärztin heute mal die Geduld dazu hatte mir ein klein wenig Nähen beizubringen - so vernähte ich die Wunde nach dem Donati-Verfahren; und das dauerte bei mir richtig lange weil mir einfach diese Geschicklichkeit mit den ganzen Instrumenten fehlt. Aber wenigstens habe ich das jetzt nach 9 Wochen Chirurgie einmal machen können; vielleicht lerne ich ja doch noch was praktisches in diesem Tertial.
Ich blieb dann gleich noch im OP für den nächsten Eingriff - der Patient wurde dann in der SSL ("Steinschnittlage") gelagert; das ist dann quasi die Position die auch die Frau beim Gynäkologen einnimmt. Der Patient leidet unter rezidivierenden Perianalfisteln, die mal wieder saniert werden mussten. Das sieht dann ziemlich brutal aus wie da große Hautfetzen am Anus bis hin zum Rektum abgetragen werden. Die Schleimhaut wird anschließend wieder vernäht, aber die große klaffende Wunde im Analbereich wird immer offen belassen. Erstaunlich, dass sich da nie was infiziert wenn da täglich der Stuhl vorbeigeht.
Nach den beiden OPs konnte ich erstmal lecker essen, und hatte dann wieder unser Studentenseminar.
Dienstag, 13. Oktober 2009
Chirurgie - 9. Woche - "zeitintensive Patienten"
Der Tag hätte so schön entspannt beginnen können, wenn nicht die 5 zusätzlichen "Gastpatienten" von der Kardio bei uns liegen würden (die kommen dort mit ihren Entlassungen nicht nach, so dass wir alle 5 kardiologischen Neuaufnahmen bekommen haben). Bei allen sollte natürlich Blut abgenommen werden; einer sollte zudem auch noch eine Flexüle bekommen. Das war aber mal ein Kasperle - 2 Tage nach einem Herzinfarkt hat er keine Lust mehr aufs Krankenhaus und verweigerte jede Behandlung. Da wir kein Gefängnis sind, kann er natürlich gegen ärztlichen Rat gehen.
Durch dieses dusselige Rumgezanke bin ich nur langsam voran gekommen. Konnte zunächst nur eine Neuaufnahme (Rektumkarzinom) machen, eh ich in den OP gerufen wurde.
Dort war ich bei der Leistenbruch-OP dabei (von dem älteren Herrn von gestern) - trotz 53% Quick hat man sich für den Eingriff entschieden; und zum Glück hat es auch nicht so doll geblutet.
Auf Station musste ich noch 2 weitere Patienten aufnehmen die bereits stundenlang gewartet haben (außer mir war ja sonst keiner da auf Station). Die eine Struma-Patientin hätte eigentlich schnell gehen müssen, da sie aber allerlei Vorerkrankungen hatte und sehr redebedürftig war, zögerte sich alles in die Länge hinaus.
Noch viel länger dauerte es bei einem Patienten mit einer Nabelhernie - er hatte schon so viel hinter sich (Z.n. Lymphom-OP mit partieller Darmresektion, transurethraler Abtragung eines Blasenkarzinoms, Prostataektomie, Appendektomie usw. usw.) - und er konnte das alles so präzise erläutern, dass ich dachte er sei aus der gleichen Fachbranche. Dies war nicht so, aber er war erstaunlich gut über alle seine Erkrankungen und Eingriffe informiert. Da er in der Jugend auch eine Hepatitis-Infektion hatte, die wohl chronisch verlaufen ist ohne dass jemals genau was untersucht worden ist, habe ich nebenbei auch eine serologische Hepatitis B & C Diagnostik durchgeführt.
Dann blieben mir exakt noch 10 Minuten um hektisch etwas Suppe zu essen, mir eine Banane zu nehmen und mich dann mit den anderen Studenten bei unserem Seminar zu treffen.
Anschließend gab es dann aber den verdienten Feierabend.
Durch dieses dusselige Rumgezanke bin ich nur langsam voran gekommen. Konnte zunächst nur eine Neuaufnahme (Rektumkarzinom) machen, eh ich in den OP gerufen wurde.
Dort war ich bei der Leistenbruch-OP dabei (von dem älteren Herrn von gestern) - trotz 53% Quick hat man sich für den Eingriff entschieden; und zum Glück hat es auch nicht so doll geblutet.
Auf Station musste ich noch 2 weitere Patienten aufnehmen die bereits stundenlang gewartet haben (außer mir war ja sonst keiner da auf Station). Die eine Struma-Patientin hätte eigentlich schnell gehen müssen, da sie aber allerlei Vorerkrankungen hatte und sehr redebedürftig war, zögerte sich alles in die Länge hinaus.
Noch viel länger dauerte es bei einem Patienten mit einer Nabelhernie - er hatte schon so viel hinter sich (Z.n. Lymphom-OP mit partieller Darmresektion, transurethraler Abtragung eines Blasenkarzinoms, Prostataektomie, Appendektomie usw. usw.) - und er konnte das alles so präzise erläutern, dass ich dachte er sei aus der gleichen Fachbranche. Dies war nicht so, aber er war erstaunlich gut über alle seine Erkrankungen und Eingriffe informiert. Da er in der Jugend auch eine Hepatitis-Infektion hatte, die wohl chronisch verlaufen ist ohne dass jemals genau was untersucht worden ist, habe ich nebenbei auch eine serologische Hepatitis B & C Diagnostik durchgeführt.
Dann blieben mir exakt noch 10 Minuten um hektisch etwas Suppe zu essen, mir eine Banane zu nehmen und mich dann mit den anderen Studenten bei unserem Seminar zu treffen.
Anschließend gab es dann aber den verdienten Feierabend.
Montag, 12. Oktober 2009
Chirurgie - 9. Woche - "business as usual"
Das erste was mir heute früh auf Station aufgefallen ist, war dass der Personalausweiß eines Patienten auf der dazugehörigen Akte in der Stationszentrale lag - das letzte Mal wo ich sowas gesehen habe war bei dem Tod eines Patienten. Beim Aufmachen der Akte flatterte mir auch das erste Blatt entgegen: Todesbescheinigung.
Der Patient bei dem ich Freitag Nachmittag noch die Flexüle gelegt habe, welcher durch sein Falithrom voller blauer Flecke an den Händen war, ist in dieser Nacht unerwartet verstorben.
Ansonsten war ich nach der Visite wieder völlig alleine auf Station - für die Famulantin hat ja heute wieder der erste Studientag im neuen Semester begonnen.
Zunächst musste ich bei einer Patientin eine Flexüle legen weil sie präoperativ noch 2 Medikamente intravenöse bekommen sollte - diese musste ich in mg/ml ordentlich dosieren und dann auch verabreichen. Anschließend standen wieder einige Blutabnahmen an - die einfacheren Fälle habe ich mir zuerst vorgenommen und mir einen bis zum Schluss aufgehoben.
Bei ihm haben sich in den letzten par Wochen immer wieder die verschiedensten Studenten abgequält; selbst die Oberärzte mussten immer wieder zur Hilfe gerufen werden. Nun aber stand ich wieder ganz alleine da. Ich ließ den Patienten seinen Arm erstmal ganz lange aus dem Bett heraushängen, staute anschließend fest am Unterarm und beklopfte seinen Handrücken. Da sah man dann ein dünnes Gefäß - dort piekste ich hinein und hatte Gott sei Dank erfolg.
Dann waren auch schon die 3 Neuaufnahmen da, die aufgrund von vielen Nebenbefunden eine ganze Weile gedauert haben.
Ein Patient zur Ileostomarückverlegung (was von der Oberärztin nach dem Koloskopiebefund jedoch gecancelt wurde), ein 88 jähriger Patient zur Leistenbruch OP (bei Zustand nach 3x Herzinfarkt, Darmkrebs, Prostatakrebs, Vorhofflimmern) und eine Patientin zur mit kalten Schilddrüsenknoten zur Thyreoidektomie.
Anschließend diktierte ich noch schnell den Entlassungsbrief einer akuten Appendizitis (Blinddarm), und konnte dann endlich in die Kantine was essen.
Der Nachmittag gestaltete sich komplikationslos. Mit dem Oberarzt ging ich nochmal die neuen Patienten durch und konnte danach noch einen Brief für Mittwoch vorbereiten. Das war dann auch ein ziemlich anspruchsvoller Fall, so dass sicher noch einiges vom Oberarzt verändert werden muss - aber zumindest habe ich die Rohfassung.
Weils so schön war, jetzt nochmal auf klug: Patientin mit Sigmaresektion bei Sigmakarzinom und simultaner Cholezystektomie, Adhäsiolyse und operativer Sanierung der Hernia umbilicalis.
Jetzt habe ich Feierabend und eine hoffentlich ruhige Rufbereitschaft.
Der Patient bei dem ich Freitag Nachmittag noch die Flexüle gelegt habe, welcher durch sein Falithrom voller blauer Flecke an den Händen war, ist in dieser Nacht unerwartet verstorben.
Ansonsten war ich nach der Visite wieder völlig alleine auf Station - für die Famulantin hat ja heute wieder der erste Studientag im neuen Semester begonnen.
Zunächst musste ich bei einer Patientin eine Flexüle legen weil sie präoperativ noch 2 Medikamente intravenöse bekommen sollte - diese musste ich in mg/ml ordentlich dosieren und dann auch verabreichen. Anschließend standen wieder einige Blutabnahmen an - die einfacheren Fälle habe ich mir zuerst vorgenommen und mir einen bis zum Schluss aufgehoben.
Bei ihm haben sich in den letzten par Wochen immer wieder die verschiedensten Studenten abgequält; selbst die Oberärzte mussten immer wieder zur Hilfe gerufen werden. Nun aber stand ich wieder ganz alleine da. Ich ließ den Patienten seinen Arm erstmal ganz lange aus dem Bett heraushängen, staute anschließend fest am Unterarm und beklopfte seinen Handrücken. Da sah man dann ein dünnes Gefäß - dort piekste ich hinein und hatte Gott sei Dank erfolg.
Dann waren auch schon die 3 Neuaufnahmen da, die aufgrund von vielen Nebenbefunden eine ganze Weile gedauert haben.
Ein Patient zur Ileostomarückverlegung (was von der Oberärztin nach dem Koloskopiebefund jedoch gecancelt wurde), ein 88 jähriger Patient zur Leistenbruch OP (bei Zustand nach 3x Herzinfarkt, Darmkrebs, Prostatakrebs, Vorhofflimmern) und eine Patientin zur mit kalten Schilddrüsenknoten zur Thyreoidektomie.
Anschließend diktierte ich noch schnell den Entlassungsbrief einer akuten Appendizitis (Blinddarm), und konnte dann endlich in die Kantine was essen.
Der Nachmittag gestaltete sich komplikationslos. Mit dem Oberarzt ging ich nochmal die neuen Patienten durch und konnte danach noch einen Brief für Mittwoch vorbereiten. Das war dann auch ein ziemlich anspruchsvoller Fall, so dass sicher noch einiges vom Oberarzt verändert werden muss - aber zumindest habe ich die Rohfassung.
Weils so schön war, jetzt nochmal auf klug: Patientin mit Sigmaresektion bei Sigmakarzinom und simultaner Cholezystektomie, Adhäsiolyse und operativer Sanierung der Hernia umbilicalis.
Jetzt habe ich Feierabend und eine hoffentlich ruhige Rufbereitschaft.
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