Nachtrag zum Donnerstag.
An diesem Tag bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen, denn unser Stations-Oberarzt hat seine Stationsärzte inklusive Studenten zum Essen in ein nobles Landhaus eingeladen.
Ich muss zugeben, dass ich von exklusiver Küche keine Ahnung habe, da mich Menüs bei McDonalds oder leckeres italienisches Essen sehr zufrieden stellen. In diesem "höheren" Restaurant bestellt man sich aber keine einzelne Speise, sondern komplette Menüs in 3-4 Gängen.
Das war jedenfalls eine sehr netter Abend und eine schöne Geste vom Oberarzt, dass er uns dort eingeladen und seinen freien Abend mit uns verbracht hat.
Freitag, 19. Februar 2010
Mittwoch, 17. Februar 2010
Augenheilkunde - 11. Woche - "OCT & FAG"
Heute gab es in der Ambulanz wieder mehrere FAGs und OCTs zu machen, und weil ich bereits so häufig darüber geschrieben habe, möchte ich diesmal etwas erklären und anschaulich machen was das eigentlich ist.
Zunächst zur FAG (Fluoreszenzangiographie) - diese Untersuchung dient zur Darstellung der Netzhautdurchblutung und hilft bei der Diagnostik von Gefäßverschlüssen, Netzhauttumoren, Netzhautdegenerationen und diabetischen Gefäßschäden. Dabei wird ein spezeiller Farbstoff über eine Vene gespritzt, welcher mit einer Kamera erfasst wird.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen bei dieser Untersuchung sind Übelkeit, Erbrechen, Gelbfärbung von Haut, Dunkelfärbung von Urin - selten kann es auch zu allergischen Reaktionen, bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Komplikationen habe ich aber zum Glück noch nicht erlebt.
Nun zum OCT (Optische Kohärenztomographie) - diese Untersuchung dient zur Darstellung der einzelnen Netzhautschichten; meistens wird dabei der Ort des schärfsten Sehens ( =Makula) an der Netzhaut untersucht. Ein feiner Lichtstrahl wird dabei an die Netzhaut geworfen, und die Reflexion gemessen - ein ähnliches Prinzip wie beim Ultraschall, hier jedoch mit einer ganz feinen Auflösung für ganz oberflächliche Strukturen.
Dieses Gerät bediene ich dann immer während mir der Patient gegenüber sitzt.
So sieht dann am Bildschirm der Querschnitt der Makula aus - bei unterschiedlichen Erkrankungen sieht man dabei die verschiedensten Veränderungen: z.B. Ablagerungen, ob sich Flüssigkeit zwischen den einzelnen Schichten ablagert oder sonstige Schäden die alle zu einer deutlichen Sehschärfenbeeinträchtigung führen.
Zunächst zur FAG (Fluoreszenzangiographie) - diese Untersuchung dient zur Darstellung der Netzhautdurchblutung und hilft bei der Diagnostik von Gefäßverschlüssen, Netzhauttumoren, Netzhautdegenerationen und diabetischen Gefäßschäden. Dabei wird ein spezeiller Farbstoff über eine Vene gespritzt, welcher mit einer Kamera erfasst wird.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen bei dieser Untersuchung sind Übelkeit, Erbrechen, Gelbfärbung von Haut, Dunkelfärbung von Urin - selten kann es auch zu allergischen Reaktionen, bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Komplikationen habe ich aber zum Glück noch nicht erlebt.Nun zum OCT (Optische Kohärenztomographie) - diese Untersuchung dient zur Darstellung der einzelnen Netzhautschichten; meistens wird dabei der Ort des schärfsten Sehens ( =Makula) an der Netzhaut untersucht. Ein feiner Lichtstrahl wird dabei an die Netzhaut geworfen, und die Reflexion gemessen - ein ähnliches Prinzip wie beim Ultraschall, hier jedoch mit einer ganz feinen Auflösung für ganz oberflächliche Strukturen.
Dieses Gerät bediene ich dann immer während mir der Patient gegenüber sitzt.
So sieht dann am Bildschirm der Querschnitt der Makula aus - bei unterschiedlichen Erkrankungen sieht man dabei die verschiedensten Veränderungen: z.B. Ablagerungen, ob sich Flüssigkeit zwischen den einzelnen Schichten ablagert oder sonstige Schäden die alle zu einer deutlichen Sehschärfenbeeinträchtigung führen.
Dienstag, 16. Februar 2010
Augenheilkunde - 11. Woche - "merkwürdige Patienten"
Es ist schon sehr abwechslungsreich was man so für unterschiedliche Patienten kennenlernt - nicht nur die medizinischen Diagnosen, auch deren Persönlichkeit ist schon manchmal erwähnenswert.
Heute sah ich z.B. einen Mann, der fast nur am Reden war um seine Sehbeschwerden zu beschreiben - rein objektiv hatte er aber garnichts, und ist bereits seit Jahren bekannt dass er sich immer wieder vorstellt und dabei nur von Frauen untersucht werden will. Fast alle Ärzte kennen ihn bereits, und finden diesen Patienten äußerst anstrengend.
Dann gab es auch einen Patienten aus dem Gefängnis - dieser war mit Hanschellen und Fußkette da, und musste zudem von 4 Beamten begleitet werden. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage; aber auch Häftlinge werden krank und bekommen natürlich eine medizinische Diagnostik und Therapie.
Dann war da noch so ein Nörgler, der so aussah, als würde er täglich seinen Kasten Bier trinken und nicht gerade zu den sympathischen Menschen zählen würde. Peinlich wurde es dann auch, als im Untersuchungszimmer sein Handy mit voller Lautstärke die 1. Strophe des Deutschlandliedes als Klingelton abspielte - "Deutschland, Deutschland, über alles".
Es gibt auch Patienten, die scheinbar völlig unvorbereitet und ohne Kenntniss über ihren eigenen Gesundheitsstatus zum Arzt gehen. Eine Frau, die schon so einige Operationen am Auge hatte, in der Vorgeschichte wohl diverse Augenerkrankungen durchmachte, Medikamente und Augentropfen einnimmt - aber dann garnichts dazu berichten kann; Unterlagen hatte sie natürlich auch keine bei. Hellsehen können wir dann auch nicht - und es ist schon von Bedeutung zu wissen was für Medikamente jemand einnimmt, bzw. was bereits so alles am Auge passiert ist.
Heute sah ich z.B. einen Mann, der fast nur am Reden war um seine Sehbeschwerden zu beschreiben - rein objektiv hatte er aber garnichts, und ist bereits seit Jahren bekannt dass er sich immer wieder vorstellt und dabei nur von Frauen untersucht werden will. Fast alle Ärzte kennen ihn bereits, und finden diesen Patienten äußerst anstrengend.
Dann gab es auch einen Patienten aus dem Gefängnis - dieser war mit Hanschellen und Fußkette da, und musste zudem von 4 Beamten begleitet werden. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage; aber auch Häftlinge werden krank und bekommen natürlich eine medizinische Diagnostik und Therapie.
Dann war da noch so ein Nörgler, der so aussah, als würde er täglich seinen Kasten Bier trinken und nicht gerade zu den sympathischen Menschen zählen würde. Peinlich wurde es dann auch, als im Untersuchungszimmer sein Handy mit voller Lautstärke die 1. Strophe des Deutschlandliedes als Klingelton abspielte - "Deutschland, Deutschland, über alles".
Es gibt auch Patienten, die scheinbar völlig unvorbereitet und ohne Kenntniss über ihren eigenen Gesundheitsstatus zum Arzt gehen. Eine Frau, die schon so einige Operationen am Auge hatte, in der Vorgeschichte wohl diverse Augenerkrankungen durchmachte, Medikamente und Augentropfen einnimmt - aber dann garnichts dazu berichten kann; Unterlagen hatte sie natürlich auch keine bei. Hellsehen können wir dann auch nicht - und es ist schon von Bedeutung zu wissen was für Medikamente jemand einnimmt, bzw. was bereits so alles am Auge passiert ist.
Montag, 15. Februar 2010
Augenheilkunde - 11. Woche - Studientag
Bei uns ist der Rosenmontag leider kein Feiertag - wir sind keine Karnevalshochburg, also gucke ich voller Neid nach Kölle. Aber dafür habe ich mir dann einen weiteren Studientag genommen.
Augenheilkunde - 10. Woche - "Neuschnee"
Nachtrag zum Freitag.
Heute früh hat es wieder schön geschneit, so dass die Stadt wieder ganz in Weiß ist. :)
Der Freitag verlief dann auch ganz entspannend - auf Station war keine einzige Flexüle zu legen, hatte also locker Zeit mir noch par interessante Sachen rauszukopieren (ich muss ja irgendwann wieder diesen Fallbericht erstellen), und konnte mir sogar ein wenig von der Oberarztvisite mit ansehen. Dann bin ich aber wieder runter in die Ambulanz gegangen. Dort gab es aber auch nichts spektakuläres; halt einige Kontrolluntersuchungen von Patienten die nach einer Operation sich wieder bei uns vorstellen sollten, oder eine Frau mit einem kleinen Papillom am Unterlid zur Verlaufskontrolle ob es sich verändert oder wächst. Im Tagesverlauf gab es auch nur eine einzige FAG zu machen, so dass ich mich schon recht zügig aus dem Staub machen konnte um ein langes Wochenende zu genießen.
Heute früh hat es wieder schön geschneit, so dass die Stadt wieder ganz in Weiß ist. :)
Der Freitag verlief dann auch ganz entspannend - auf Station war keine einzige Flexüle zu legen, hatte also locker Zeit mir noch par interessante Sachen rauszukopieren (ich muss ja irgendwann wieder diesen Fallbericht erstellen), und konnte mir sogar ein wenig von der Oberarztvisite mit ansehen. Dann bin ich aber wieder runter in die Ambulanz gegangen. Dort gab es aber auch nichts spektakuläres; halt einige Kontrolluntersuchungen von Patienten die nach einer Operation sich wieder bei uns vorstellen sollten, oder eine Frau mit einem kleinen Papillom am Unterlid zur Verlaufskontrolle ob es sich verändert oder wächst. Im Tagesverlauf gab es auch nur eine einzige FAG zu machen, so dass ich mich schon recht zügig aus dem Staub machen konnte um ein langes Wochenende zu genießen.
Donnerstag, 11. Februar 2010
Augenheilkunde - 10. Woche - "Augen-Herpes"
Auf Station war nur eine einzige Flexüle zu legen, doch dies war eine unmögliche Aufgabe - weder ich, noch 2 Stationsärzte konnten bei dieser Frau ein vernünftiges Gefäß finden; bereits gestern musste die Blutabnahme am Fuß erfolgen. Zur OP brauchte die Frau aber einen venösen Zugang, also mussten wir die Profis von der Anästhesie anrufen damit sie diese Aufgabe erledigen.
Danach bin ich runter in die Ambulanz gegangen, wo ich heute wieder allerlei sehen konnte.
Heute durfte ich bei einem Patienten einige Fäden an den Lidern entfernen - dies hat mich ganz schön in Anspruch genommen, denn es war reinste Millimeterarbeit mit scharfen Instrumenten direkt am Auge. Am schwierigsten ist ja die feine Handkoordination, während man das ganze durch die Spaltlampe (also unter starker Vergrößerung) sieht. Die Prozedur dauerte recht lange, aber ich hab es geschafft.
Dann hatte ich wieder meine üblichen Aufgaben mit den FAGs und OCTs, wobei ich bei der Fluoreszenzangiographie eine schöne Sauerei angerichtet habe: als ich anfangen wollte den Farbstoff durch die Flexüle zu spritzen, habe ich die Spritze wohl nicht mit genügend Druck in die Flexülenöffnung gelegt, denn der Farbstoff nahm den Weg des geringsten Widerstandes und spritzte kräftig in die Umgebung: mein ganzer Kittel war mit orangener Farbe vollgespritzt...
Ich sah aus, als hätte ich grad einen Patienten geschlachtet.
Naja, aber sowas passiert.
Nachdem ich mich wieder in neue Sachen eingekleidet habe, konnte der Tag weiter gehen.
In der Ambulanz sah ich dann noch einen ganz typischen Befund an der Hornhaut: eine Keratitis dendritica. Unter Fluoreszin-Anfärbung kann man das besonders gut sehen:
Dies ist ein ziemlich sicheres Zeichen für eine Herpes-Infektion der Hornhaut. Ja, wie an den Lippen, kann man auch an den Augen Herpes bekommen - hier ist das allerdings nicht so harmlos wie an den Lippen. Solange es aber nur die oberste Schichte der Hornhaut befällt, und nicht genau in der Sehmitte liegt, ist die Prognose bei entsprechender Behandlung mit antiviralen Augentropfen gut.
Danach bin ich runter in die Ambulanz gegangen, wo ich heute wieder allerlei sehen konnte.
Heute durfte ich bei einem Patienten einige Fäden an den Lidern entfernen - dies hat mich ganz schön in Anspruch genommen, denn es war reinste Millimeterarbeit mit scharfen Instrumenten direkt am Auge. Am schwierigsten ist ja die feine Handkoordination, während man das ganze durch die Spaltlampe (also unter starker Vergrößerung) sieht. Die Prozedur dauerte recht lange, aber ich hab es geschafft.
Dann hatte ich wieder meine üblichen Aufgaben mit den FAGs und OCTs, wobei ich bei der Fluoreszenzangiographie eine schöne Sauerei angerichtet habe: als ich anfangen wollte den Farbstoff durch die Flexüle zu spritzen, habe ich die Spritze wohl nicht mit genügend Druck in die Flexülenöffnung gelegt, denn der Farbstoff nahm den Weg des geringsten Widerstandes und spritzte kräftig in die Umgebung: mein ganzer Kittel war mit orangener Farbe vollgespritzt...
Ich sah aus, als hätte ich grad einen Patienten geschlachtet.
Naja, aber sowas passiert.
Nachdem ich mich wieder in neue Sachen eingekleidet habe, konnte der Tag weiter gehen.
In der Ambulanz sah ich dann noch einen ganz typischen Befund an der Hornhaut: eine Keratitis dendritica. Unter Fluoreszin-Anfärbung kann man das besonders gut sehen:
Dies ist ein ziemlich sicheres Zeichen für eine Herpes-Infektion der Hornhaut. Ja, wie an den Lippen, kann man auch an den Augen Herpes bekommen - hier ist das allerdings nicht so harmlos wie an den Lippen. Solange es aber nur die oberste Schichte der Hornhaut befällt, und nicht genau in der Sehmitte liegt, ist die Prognose bei entsprechender Behandlung mit antiviralen Augentropfen gut.
Mittwoch, 10. Februar 2010
Augenheilkunde - 10. Woche - "Morbus Horton"
Heute möchte ich ein gewisses Krankheitsbild vorstellen, welches Morbus Horton bzw. Arteriitis temporalis genannt wird. Auf Station haben wir aktuell eine Patientin mit dieser Erkrankung, und in der Ambulanz zeigte sich auch ein Patient wo der Verdacht darauf bestand.
Dieser Patient stellte sich mit einer ca. 30 minütigen Erblindung eines Auges vor - dies spricht für eine kurzzeitige Durchblutungsstörung, welche oftmals ein Vorbote eines endgültigen Gefäßverschlusses mit irreversibler Blindheit sein kann. Ebenso kann es ein Hinweis auf einen bald drohenden Schlaganfall sein. Bei Gefäßverschlüssen müssen wir immer an die üblichen Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Vorhofflimmern denken - oder aber auch an eine eigenständige Erkrankung: Morbus Horton. Hierbei handelt es sich um eine Gefäßentzündung der Kopfgefäße unbekannter Ursache. Typische Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nacken- und Kauschmerzen; zudem gelegentlich B-Symptomatik wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß - fast immer findet sich auch an der Stirn-/Schläfenregion eine harte, verdickte und Druckempfindliche Arterie, so dass man manchmal schon eine reine Blickdiagnose stellen kann:
Bei der Diagnostik zeigt sich fast immer eine stark beschleunigte BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit), so dass man innerhalb von einer Stunde ohne Labor die Verdachtsdiagnose stellen kann und sofort mit hochdosiertem Kortison therapieren kann.
Unbehandelt erblindet meist das eine Auge, und innerhalb von 3 Tagen bis 3 Monaten auch noch das Partnerauge.
Dieser Patient stellte sich mit einer ca. 30 minütigen Erblindung eines Auges vor - dies spricht für eine kurzzeitige Durchblutungsstörung, welche oftmals ein Vorbote eines endgültigen Gefäßverschlusses mit irreversibler Blindheit sein kann. Ebenso kann es ein Hinweis auf einen bald drohenden Schlaganfall sein. Bei Gefäßverschlüssen müssen wir immer an die üblichen Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Vorhofflimmern denken - oder aber auch an eine eigenständige Erkrankung: Morbus Horton. Hierbei handelt es sich um eine Gefäßentzündung der Kopfgefäße unbekannter Ursache. Typische Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nacken- und Kauschmerzen; zudem gelegentlich B-Symptomatik wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß - fast immer findet sich auch an der Stirn-/Schläfenregion eine harte, verdickte und Druckempfindliche Arterie, so dass man manchmal schon eine reine Blickdiagnose stellen kann:
Bei der Diagnostik zeigt sich fast immer eine stark beschleunigte BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit), so dass man innerhalb von einer Stunde ohne Labor die Verdachtsdiagnose stellen kann und sofort mit hochdosiertem Kortison therapieren kann.Unbehandelt erblindet meist das eine Auge, und innerhalb von 3 Tagen bis 3 Monaten auch noch das Partnerauge.
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